Vielleicht haben Sie sich in diesen Zeilen wiedererkannt. In einer Erschöpfung, deren Grund im Dunkeln liegt. In der Mühe zu spüren, was Sie fühlen. In dem leisen Eindruck, dass etwas Wesentliches fehlt, das sich kaum greifen lässt. Dann haben Sie ein feines Gespür.
Sie sind stark genug, hinzusehen. Sie sind Ihren Eltern gegenüber loyal. Und vielleicht blieb Ihre frühe emotionale Versorgung lückenhaft, in einer Form, die alle Beteiligten gut gemeint haben und die dennoch Spuren hinterließ.
Das anzuerkennen heißt, sich selbst richtig einzuordnen. Es bleibt frei von einem Urteil über Ihre Eltern. Sie gehören zu sehr vielen Menschen, die diese stille Form kennen.
Ihre Eltern bleiben, wie sie sind. Bewegen können Sie sich selbst. In einer Begleitung, in einer wahrhaftigen Beziehung, in einem langsamen Wiedererlernen.
Sie können der Erwachsene werden, der das Kind in Ihnen endlich sieht. Sie können die Resonanz nachholen, die damals fehlte, und sich selbst eine innere Begleitung schenken, die gut genug ist. Das braucht Zeit. Es ist Arbeit. Und es ist möglich.
In Ihnen wartet etwas. Geduldig, still, voller Hoffnung. Auf jemanden, der sieht, was Sie damals fühlten. Auf jemanden, der die Frage stellt, die damals ausblieb.
Diese Person können Sie selbst sein.